Sind SB-Kassen die Zukunft oder nur ein Kundenärgernis?
Selbstbedienungskassen (SB-Kassen) im Einzelhandel: Vorteile, Skepsis und Trends in der Nutzung bis 2026.

Sind SB-Kassen die Zukunft oder nur ein Kundenärgernis?
Im deutschen Einzelhandel sind die Selbstbedienungskassen, auch SB-Kassen genannt, längst zum gängigen Anblick geworden. Der Trend, der in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten Einzug gehalten hat, erfreut sich unterschiedlicher Resonanz. Laut Merkur zeigen sich viele Kunden skeptisch und äußern ihre Bedenken vor allem in Online-Diskussionen.
Eine Umfrage von YouGov ergab, dass knapp zwei Drittel der Deutschen SB-Kassen nutzen. 19 Prozent greifen immer, 43 Prozent manchmal auf diese Bezahlmethoden zurück. Dennoch bleibt ein erheblicher Teil der Konsumenten abgeneigt: 24 Prozent lehnen die Nutzung von SB-Kassen ab, und 13 Prozent haben sie nie ausprobiert. Die Gründe für die Skepsis sind vielseitig. Viele Kunden fühlen sich durch die Technik überfordert oder beanstanden die zusätzliche Arbeit, die beim Scannen und Abwiegen entsteht.
Vor- und Nachteile der SB-Kassen
Die SB-Kassen wurden in den letzten Jahren immer mehr ausgebaut. Im Jahr 2023 gab es bereits über 16.000 von ihnen, während die Zahl im Jahr 2021 unter 7.300 lag. Von den rund 710.000 Kassen im deutschen Einzelhandel machen sie etwa 38.650 aus, was bedeutet, dass jede 18. Kasse eine SB-Kasse ist. Etwa zwei Drittel dieser Kassen finden sich im Lebensmittelhandel, und auch große Handelsketten wie Lidl und IKEA setzen auf diesen Trend.
Die Befürworter der SB-Kassen betonen vor allem die kürzeren Wartezeiten, besonders wenn man nur wenige Artikel hat. Außerdem werden die Selbstbedienungskassen als Möglichkeit gesehen, den Einkaufsprozess zu straffen. Jedoch gibt es einige negative Aspekte, die man nicht außer Acht lassen sollte. Kritiker bemängeln das Gefühl einer unpersönlichen Begegnung, das mit SB-Kassen einhergeht, während 54 Prozent der Befragten einen persönlichen Kontakt bevorzugen. Darüber hinaus empfinden 31 Prozent die Bedienung als unkomfortabel, und 27 Prozent finden den Vorgang kompliziert.
Das Personal und die Zukunft der SB-Kassen
Im Einzelhandel gibt es auch Stimmen von Beschäftigten, die SB-Kassen nicht als Bedrohung empfinden. Laut den Verantwortlichen erzählen sie, dass diese Kassen eine Erleichterung darstellen und keinen Stellenabbau nach sich ziehen. Handelsunternehmen versuchen, sich durch die Einführung von SB-Kassen an den gestiegenen Fachkräftemangel anzupassen. Frank Horst, ein Experte des EHI, sieht keinen signifikanten Einfluss der SB-Kassen auf die Diebstahlquote, auch wenn Händler sicherstellen, dass technische Hilfsmittel wie Kameraüberwachung zum Einsatz kommen.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend entwickeln wird. Die Shopping-Gewohnheiten der Verbraucher ändern sich, und mit der stetigen Zunahme an Geschäften, die ausschließlich SB-Kassen anbieten, könnten die Kunden bald vor der Wahl stehen: convenience versus persönliche Ansprache. Ein neues Bewertungssystem für SB-Kassen zeigt, dass 31 Prozent der Kunden hin und wieder für ein Geschäft mit nur SB-Kassen offen wären. Ob die Kaufentscheidung letztlich auf eine der beiden Seiten fällt, bleibt ohne Zweifel spannend.
Wie werden sich die Kunden weiterhin verhalten? Der Weg der SB-Kassen ist gespickt mit Herausforderungen und Gelegenheiten, die wir mit Argusaugen beobachten werden. Und vielleicht ist es gerade diese Mischung, die den modernen Einkauf im Einzelhandel so aufregend macht.