Strompreise unter Druck: 6.500 Menschen im Landkreis betroffen!

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Im Landkreis Alzey-Worms kämpfen über 6.500 Menschen mit hohen Stromkosten. NGG fordert Stromsteuersenkung zur Entlastung.

Im Landkreis Alzey-Worms kämpfen über 6.500 Menschen mit hohen Stromkosten. NGG fordert Stromsteuersenkung zur Entlastung.
Im Landkreis Alzey-Worms kämpfen über 6.500 Menschen mit hohen Stromkosten. NGG fordert Stromsteuersenkung zur Entlastung.

Strompreise unter Druck: 6.500 Menschen im Landkreis betroffen!

Im Landkreis Alzey-Worms sehen sich über 6.500 Menschen mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert, ihre Strom- und Gasrechnungen rechtzeitig zu begleichen. Diese alarmierende Zahl, die auf Daten des Statistischen Bundesamtes beruht, wurde von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in die Öffentlichkeit getragen. Die wirtschaftlichen Belastungen sind spürbar, wobei besonders Mieter von den steigenden Energiekosten betroffen sind. Auch bundesweit sind schätzungsweise etwa fünf Prozent der Bevölkerung mit Zahlungsrückständen konfrontiert, was die Situation zusätzlich verschärft.

Vor diesem Hintergrund fordert die NGG eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte, um Menschen mit niedrigem Einkommen zu unterstützen. Guido Noll, der Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz, appelliert eindringlich an die Bundesregierung, die Steuer zu senken und sich für einen dauerhaften Rabatt bei der Stromsteuer einzusetzen. Noll hebt hervor, dass stabile Energiekosten langfristig nicht nur herkömmlichen Haushalten, sondern auch kommunalen Einrichtungen von Nutzen wären.

Maßnahmen zur Entlastung

Die Bundesregierung hat bereits einige Maßnahmen beschlossen, um den Bürgern durch die hohen Energiepreise unter die Arme zu greifen. Diese Woche genehmigte das Kabinett Gesetzentwürfe zur Absenkung der Stromsteuer für die Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft. Die betroffenen Unternehmen sollen zukünftig nur noch den EU-Mindeststeuersatz zahlen. Ein Zuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzentgelten ist für 2026 eingeplant. Damit soll die Stromkosten insgesamt um 26 Milliarden Euro gesenkt werden, was Familien laut Prognosen jährlich bis zu 100 Euro an Ersparnis bringen könnte. Besonders der Wegfall der Gasspeicherumlage wird als Chance gesehen, Familien um rund 50 Euro pro Jahr zu entlasten.

Diese positiven Schritte werden jedoch von Wirtschaftsverbänden kritisch betrachtet. Der Handelsverband HDE warnt, dass vielen Handelsunternehmen die Existenzgrundlage entzogen wird, sollte die Strompreissituation nicht für alle bezahlbar bleiben. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD eine Senkung der Stromsteuer für alle festgelegt. Stattdessen beschränkten die neuen Regelungen die Entlastung nur auf bestimmte Branchen, was auf Unmut stieß.

Ein Blick auf die Strompreisbildung

Blicken wir auf die Hintergründe der Strompreisbildung: Deutschland erlebt starke Preisschwankungen auf der Strombörse, die eng mit der Herkunft des Stroms verbunden sind. Während an sonnigen Tagen die Preise auf Null Euro pro Megawattstunde sinken können, steigen sie während sogenannter „kalten Dunkelflauten“ auf über 900 Euro. Dies liegt daran, dass bei fehlendem Wind und Sonne viel Strom importiert werden muss, um den Bedarf zu decken. In der EU liegen die durchschnittlichen Strompreise bei 29 Cent pro Kilowattstunde – ein starkes Stück weniger als in Deutschland, wo Haushalte im Schnitt 40 Cent zahlen.

Ein Viertel der Stromrechnung entfällt in Deutschland auf Abgaben, Steuern und Umlagen. Die dahinterstehende Preisstruktur ist komplex, und obwohl die EEG-Umlage 2023 abgeschafft wurde, bleibt die Grundstruktur der Preise bestehen. Insbesondere energieintensive Unternehmen klagen über die hohen Stromkosten, haben aber teilweise Vergünstigungen bei Steuern und Umlagen erhalten. Im internationalen Vergleich stehen sie allerdings nicht allein – die deutschen Unternehmen zahlen überdurchschnittlich hohe Strompreise im Vergleich zu Ländern wie den USA und China.

Ein Ausweg könnte der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien sein, ebenso wie digitale Lösungen, die dem Verbraucher helfen, die Kosten zu senken. Ein einfacher Wechsel des Stromanbieters oder der Einsatz privater Solaranlagen könnten jedem einzelnen Haushalt ermöglichen, einen Beitrag zur Entlastung zu leisten und gleichzeitig umweltfreundlicher zu leben.

Für den Landkreis Alzey-Worms bleibt der Zuspruch zur NGG ein wesentlicher Schritt, um die Stromsteuerfrage anzugehen und den Druck auf die Bundesregierung aufrechtzuerhalten.

Während die Diskussion um die Energiepreise und -kosten weitergeht, sind klare Maßnahmen und transparenter Austausch zwischen Regierung, Wirtschaft und Bürgern von entscheidender Bedeutung, damit niemand im Dunkeln steht.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Berichterstattung der Alzeyer Zeitung, das ZDF sowie die bpb.