Lehrermangel in Pirmasens: Schulunterricht auf der Kippe!
Pirmasens kämpft mit Lehrermangel und Unterrichtsausfällen. Aktuelle Studien zeigen die Herausforderungen für Schulen und Schüler.

Lehrermangel in Pirmasens: Schulunterricht auf der Kippe!
Warum fällt an vielen Grundschulen der Unterricht aus? Der akute Lehrermangel ist ein Thema, das nicht nur in Pirmasens, sondern in ganz Deutschland Sorgenfalten auf die Stirn der Bildungsakteure zeichnet. An der Grundschule Ruhbank/Erlenbrunn berichtet Schulleiter Thomas Heckmann, der seit 2007 im Amt ist, von einer stark angespannten Personalsituation. Der Unterrichtsausfall lässt viele Kinder auf der Strecke und zwingt Lehrkräfte oft an ihre Grenzen, wodurch Burnout keine Seltenheit ist. Heckmann betont jedoch, dass gute Schulen trotz der Herausforderungen der aktuellen Bildungspolitik weiterhin ihre Aufgabe erfüllen können, wie Rheinpfalz berichtet.
Doch die Situation ist zukunftsträchtig: Ab dem Schuljahr 2026/2027 erhalten alle Kinder in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Diese Regelung könnte jedoch den ohnehin schon bestehenden Mangel an Lehrkräften weiter verschärfen, warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ihre Chefin Maike Finnern prognostiziert einen Mangel von über 110.000 Lehrkräften bis 2030 und weist darauf hin, dass auch in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe hunderte von Fachkräften fehlen werden. Solche Zahlen sind alarmierend und machen deutlich, dass da wirklich etwas anliegt, zumal die ganztägige Betreuung eine wichtige Chance sein kann, um die Bildungslandschaft in Deutschland zu stärken.
Der Blick auf die Zahlen im Bildungswesen
Diese Problematik wird auch von übergreifenden Statistiken untermauert. Im Schuljahr 2023/2024 lag die Teilzeitquote bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland bei 43,1 Prozent, ein neuer Höchststand. Insbesondere bei Lehrerinnen arbeiten mit 50,7 Prozent über die Hälfte in Teilzeit. Die Arbeitsbedingungen sind also nicht ideal und führen möglicherweise dazu, dass viele Lehrkräfte ihre Stunden reduzieren. Bundesländer wie Hamburg und Bremen weisen gar Teilzeitquoten von über 50 Prozent auf, was sich negativ auf die Unterrichtsversorgung auswirkt, wie deutsches-schulportal.de feststellt.
Es zeigt sich auch, dass ein erheblicher Teil der Lehrkräfte älter ist. Gut ein Viertel ist zwischen 50 und 59 Jahre alt, was bedeutet, dass in naher Zukunft viele in den Ruhestand gehen werden. Das erschwert die Situation zusätzlich. Die Bildungseinrichtungen müssen sich also nicht nur um die aktuelle Lücke kümmern, sondern auch um die bevorstehenden Pensionierungen.
Die Notwendigkeit von Reformen
Um der Krise entgegenzuwirken, fordert die GEW möglichst qualitative Weiterbildungen und gute Arbeitsbedingungen. Weitere Maßnahmen könnten notwendig sein, um die Ganztagsangebote für die kommenden Jahre attraktiv zu gestalten. Der Bund hat sich bereit erklärt, fast drei Milliarden Euro für die nötigen Investitionen bereitzustellen, um eine reibungslose Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der das Thema Fachkräftemangel alle Bereiche der Gesellschaft betrifft.
Bildungsrat und andere bildungspolitische Akteure müssen schnell und entschieden agieren, um die Herausforderungen zu meistern. Dies könnte unter anderem eine temporäre Kürzung der Stundentafel oder eine Reform der Lehrerbildung umfassen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen ein gutes Händchen haben und die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Zukunft der Bildung in Deutschland zu sichern.