Unsichtbare Helden: Reinigungskräfte kämpfen für faire Löhne und Anerkennung!
Erfahren Sie mehr über die Herausforderungen und Forderungen von Reinigungskräften in Rheinland-Pfalz am 15.06.2025.

Unsichtbare Helden: Reinigungskräfte kämpfen für faire Löhne und Anerkennung!
Die Welt der Reinigungskräfte ist oft im Schatten, dabei leisten diese Menschen einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Alltag. Ein aktueller Blick auf den Beruf der Gebäudereiniger*innen zeigt, wie herausfordernd und zugleich unverzichtbar ihre Arbeit ist. Sabine Hammann, eine erfahrene Reinigungskraft, ist seit über 30 Jahren in der Branche tätig und steht stellvertretend für viele ihrer Kolleginnen und Kollegen. Trotz der körperlich anstrengenden Arbeit, die oft wenig Schlaf und das Schleppen schwerer Eimer mit sich bringt, ist die Bezahlung mit 14,25 Euro pro Stunde alles andere als luxuriös. Ab 2026 soll dieser Satz zwar auf 15 Euro steigen, jedoch bleibt der Inflationsausgleich aus, was die finanzielle Situation vieler Angestellten weiter verschärft. Laut tagesschau.de sind befristete Verträge in der Branche weit verbreitet.
Sabine Hammann hatte ursprünglich den Traum, Erzieherin zu werden, doch die finanziellen Mittel für die Ausbildung blieben aus. Heute kämpft sie nicht nur mit den körperlichen Anforderungen der Arbeit, sondern auch mit gesundheitlichen Problemen, nachdem sie vor 13 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall: Viele Reinigungskräfte befinden sich in finanziellen Schwierigkeiten und wünschen sich mehr Wertschätzung durch kleine Gesten wie einen Kaffee oder einfach Dankbarkeit. Die taz.de berichtet, dass über 500.000 Beschäftigte in der Branche lediglich den Branchenmindestlohn beziehen.
Die Herausforderungen der Branche
Die Arbeitsbedingungen sind in der Gebäudereinigung überaus prekär. Oft arbeiten Reinigungskräfte in Schulen, Büros, Arztpraxen oder Altersheimen zu unsicheren Zeiten – frühmorgens oder spätabends. Die Arbeit ist sowohl körperlich als auch psychisch eine Herausforderung. Laut der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurde am 1. Oktober 2022 die Neunte Gebäudereinigungsarbeitsbedingungenverordnung in Kraft gesetzt, die Mindeststundenentgelte für gewerbliche Arbeitnehmer festlegt. Der Branchenmindestlohn liegt jedoch nur geringfügig über dem gesetzlichen Mindestlohn von 12,41 Euro.
Zusätzlich sieht die IG BAU die Notwendigkeit, die Ausbildungsvergütungen anzuheben und ein dreizehntes Monatsgehalt einzuführen. Bei den derzeitigen Bedingungen ist es für viele Beschäftigte kaum möglich, über die Runden zu kommen. Bei Verhandlungen, die in Frankfurt am Main stattfanden, konnte sich die IG BAU nicht mit den Arbeitgebern einigen. Abgesehen von einem zufriedenen Lächeln ist die Unzufriedenheit bei vielen Beschäftigten hoch – vor allem wegen des fehlenden Inflationsausgleichs und der Pandemie-Prämien. Die IG BAU fordert eine Erhöhung des Stundenlohns auf 16,50 Euro, was von den Arbeitgebern als „unverschämt“ beurteilt wurde.
Ein Blick in die Zukunft
Die nächsten Verhandlungen zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband werden am 24. Oktober stattfinden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich bereits für eine Anhebung des Mindestlohns auf etwa 15 Euro starkgemacht, die bis 2026 greifen soll. Diese Erhöhung könnte für viele Reinigungskräfte einen Lichtblick in der finanziellen Misere darstellen. Doch es muss sich zeigen, ob die Arbeitgeber bereit sind, diese Forderungen zu akzeptieren.
Die strukturellen Probleme in der Branche sind nicht einfach zu lösen. Eine Rekommunalisierung der Schulreinigung wurde in mehreren Bezirken beschlossen, jedoch bleibt die Umsetzung unklar. Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, diesen Berufsstand sichtbarer und anerkannt zu machen. Das Ziel ist klar: Mehr Sichtbarkeit und Anerkennung für Reinigungskräfte in unserer Gesellschaft sind dringend notwendig.