Frauen in der Kommunalpolitik: Woran es wirklich hapert!
Entdecken Sie die Rolle von Frauen in der Kommunalpolitik im Herzogtum Lauenburg und die Herausforderungen ihrer Beteiligung.

Frauen in der Kommunalpolitik: Woran es wirklich hapert!
Was tut sich in der politischen Landschaft Deutschlands? Ein besonders brisantes Thema ist die Unterrepräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik, wie Franca Boege, eine Kommunalpolitikerin aus Ahrensburg, in einem aktuellen Gespräch betont. Ihre Sichtweise beleuchtet die grundlegenden Herausforderungen, die häufig als Hürden für Frauen gelten. Frauen stellen zwar die Mehrheit der Bevölkerung mit 50,6% (Stand 2023), in kommunalen Ämtern sieht die Realität jedoch ganz anders aus.
In Stormarn sind nur 38% der Kreistagsmitglieder Frauen, im Herzogtum Lauenburg sind es immerhin 40%. Diese Zahlen sind im Vergleich zu den landesweiten 30,5% in Kommunalparlamenten und 32,4% im Bundestag besorgniserregend niedrig. Besonders alarmierend ist, dass nur 13,5% der Bürgermeisterämter in Deutschland von Frauen besetzt sind, in Schleswig-Holstein liegt dieser Wert bei 18,3%.
Herausforderungen im politischen Alltag
Boege, selbst Mutter von drei Kindern und berufstätig, spricht offen über die Schwierigkeiten, die es Frauen erschweren, aktiv in der Politik teilzunehmen. Sie verweist auf die fehlende Flexibilität in der politischen Kultur, die Termine oft unattraktiv macht, und kritisiert, dass viele Kommunalpolitische Sitzungen nicht digital oder hybrid durchgeführt werden. Dies führt vor allem für Frauen mit familiären Verpflichtungen zu einer zusätzlichen Belastung.
Ihr Beispiel zeigt, wie wichtig Unterstützung innerhalb der Familie ist. „Ein gutes Händchen“ ihrer Partnerin und ein Au-pair helfen ihr, Arbeit und politische Engagement zu vereinen. Auch Julia Limant von den Grünen stimmt Boege zu und hebt hervor, dass eine familienfreundliche Politik dringend notwendig ist, um Frauen in die politische Arbeit zu integrieren.
Der Weg zur Veränderung
Ein weiterer entscheidender Punkt laut Boege ist die Kommunikation. Frauen haben oft eine andere Art, sich auszudrücken, und müssen sich an eine von Männern dominierte Diskussionskultur anpassen. Diese Herausforderungen erfordern nicht nur ein Umdenken bei den politischen Akteuren, sondern auch gute Onboarding-Prozesse und Netzwerke, um den Einstieg für Frauen zu erleichtern.
Der Ruf nach Vorbildern wird laut Boege immer lauter. Es sind diese starken Frauen, die inspirieren und den Weg für andere bereiten können. In der Hoffnung auf mehr Vielfalt in der politischen Landschaft sieht Boege ihren eigenen Einsatz als positiv und aufbauend an. Sie weiß, dass Strukturen und Kulturen sich ändern müssen, damit Frauen die gleiche Chance auf politische Mitbestimmung erhalten wie Männer.
Die Thematik ist nicht neu, doch die Dringlichkeit, das Thema anzugehen, wird immer klarer. In einer Zeit, wo Gleichberechtigung in vielen gesellschaftlichen Bereichen gefordert wird, ist es an der Zeit, auch im Bereich der politischen Partizipation endlich echte Fortschritte zu erzielen. Dabei muss jeder Einzelne seinen Teil beitragen, um eine gerechtere und vielfältigere politische Landschaft zu schaffen, in der wirklich jeder gehört wird.