KI-Rettung bei Darmspiegelungen: So werden riskante Polypen sichtbar!

KI-Rettung bei Darmspiegelungen: So werden riskante Polypen sichtbar!
Die Zukunft der Gesundheitsversorgung rückt ein Stück näher, und das nicht zuletzt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Früherkennung von Darmkrebs. Im St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln wird diese innovative Technologie seit kurzem bei Darmspiegelungen eingesetzt. Chefarzt Dr. Ulrich Bauser und Pflegedienstleiter Michel Scholten-Buhro führten den 66-jährigen Klaus Lehmgrübner durch die neueste Technologie, die einem kürzlich veröffentlichten Bericht von lokalklick.eu zufolge über 550.000 Euro in einen neuen Endoskopie-Park investiert hat.
Klaus Lehmgrübner war wegen einer blutigen Stuhlprobe schnell zur Darmspiegelung eingeladen worden. Dr. Bauser nahm sich Zeit, um ihm die Rolle von KI zu erläutern, die während der Untersuchung in Millisekunden die Darmbereiche analysiert und verdächtige Stellen auf dem Monitor anzeigt. „Die Wahrscheinlichkeit, Polypen bei einem 50-jährigen Patienten zu entdecken, liegt bei bis zu 30 Prozent“, so der Chefarzt. Hierbei konnte die KI besonders gut geringe Läsionen und flach wachsende Polypen erkennen, die oft mit bloßem Auge schwer sichtbar sind.
Technologische Unterstützung im medizinischen Alltag
Wie zdfheute.de feststellt, kommt KI zunehmend bei Darmspiegelungen zum Einsatz, um die Erkennung von Polypen zu verbessern. Erste Studien zeigen, dass die Technologie bis zu 15 Prozent mehr Polypen aufspüren kann. Der Einsatz von Algorithmen, die Millionen von Bildern vergleichen, hilft Ärzten, verdächtige Strukturen zu identifizieren und Auffälligkeiten farbig zu markieren, was die Analyse in Echtzeit während der Untersuchung erheblich erleichtert.
Ein weiterer Vorteil der KI: Sie ist ein unterstützendes Hilfsmittel, das den Gastroenterologen nicht ersetzt, sondern deren Expertise ergänzt. Dr. Bauser kann während der Untersuchung Adenome entfernen, um mögliche Tumoren frühzeitig zu verhindern. Dabei sind hochauflösende Bilder in 4K-Qualität entscheidend, um kleinste Veränderungen präzise zu dokumentieren und zu analysieren.
Wichtige Vorsorgemaßnahmen
Dr. Bauser betont, dass Vorsorgeuntersuchungen insbesondere für Personen mit familiärer Vorgeschichte von Darmkrebs wichtig sind. Seit diesem Jahr können Frauen ab 50 Jahren eine kostenfreie Darmspiegelung in Anspruch nehmen – eine Verbesserung, die es vorher erst ab 55 Jahren gab. „Wenn man blutigen Stuhl bemerkt, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen“, empfiehlt er und verweist darauf, dass auch harmlose Ursachen nicht ausgeschlossen werden können.
Die Implementierung von KI-Technologie ist jedoch nicht nur ein Trend in Süchteln. So setzt auch das Helios Park-Klinikum Leipzig erfolgreich KI bei Darmspiegelungen ein und konnte seither erreichen, dass bei etwa 40 Prozent der untersuchten Altersgruppe behandlungsbedürftige Polypen gefunden werden. Dies zeigt, dass der Einsatz von modernster Technologie in der Medizin nicht nur vorteilhaft, sondern auch entscheidend für eine bessere Patientenversorgung ist.
Klaus Lehmgrübner erlebte seine Untersuchung ohne Narkose und fand den Einsatz der KI sowohl informativ als auch beruhigend. Dank dieser Fortschritte in der Darmkrebsvorsorge haben Patienten künftig bessere Chancen auf eine frühzeitige Diagnosestellung und damit auf eine erfolgreiche Behandlung.