Kieler Werft TKMS im Blick: Kanada plant Milliarden-U-Boot-Deal!

Kieler Werft TKMS im Blick: Kanada plant Milliarden-U-Boot-Deal!
Am 26. August 2025 machte Kanadas Premierminister Mark Carney einen bedeutenden Schritt für die Zukunft der kanadischen Marine. In Kiel traf er sich mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Verteidigungsminister Boris Pistorius, um die Pläne zur Modernisierung der kanadischen U-Boot-Flotte im Rahmen eines EM-Vorhabens zu besprechen. Carney und seine Delegation waren zuvor in Berlin, wo sie auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz zusammentrafen, bevor sie die hochmoderne Werft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an der Kieler Förde besuchten. Dort wurde ihnen ein U-Boot der Klasse 212A präsentiert, was die Innovationskraft der deutschen U-Boot-Technologie unter Beweis stellte.
Der Besuch von Carney an der Kieler Werft steht im Zusammenhang mit den Ambitionen Kanadas, acht bis zwölf konventionelle U-Boote zu erwerben. TKMS gehört zu den zwei Hauptanwärtern für diesen Großauftrag, der im zweistelligen Milliardenbereich liegen könnte. Die neuen U-Boote sind speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt und werden voraussichtlich bis spätestens 2035 in Betrieb genommen. Werftchef Oliver Burkhard hob die technische Überlegenheit der Kieler Werft hervor und betonte die geringe Konkurrenz, die TKMS weltweit hat.
Ein Signal für die Verteidigungszusammenarbeit
Der Auftrag zur Modernisierung der Unterwasserflotte ist nicht nur ein wirtschaftliches Unterfangen; er hat auch sicherheitspolitische Dimensionen. Günther unterstrich die strategische Bedeutung Schleswig-Holsteins als „Drehscheibe zwischen Nord- und Ostsee“, während der Besuch von Carney zur Verstärkung der transatlantischen Verteidigungskooperation dient. Die U-Boote der Klasse 212CD bieten lange Tauchzeiten sowie moderne Waffensysteme, die entscheidend für die Überwachung kanadischer Küstengewässer sind.
Ein Zuschlag für TKMS könnte die norddeutsche Wirtschaftsregion erheblich stärken. Die Werft in Wismar, die derzeit für 220 Millionen Euro ertüchtigt wird, soll bis 2029 etwa 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Derzeit beschäftigt TKMS bereits rund 8.500 Personen. In den letzten Jahren investierte das Unternehmen über 250 Millionen Euro in den Standort Kiel und eröffnete im Mai 2025 ein Büro in Ottawa, um die Kooperation mit kanadischen Partnern zu intensivieren. Solche Schritte zeigen, dass die neue Bundesregierung unter Merz auf eine Rückkehr Deutschlands als verlässlichen Partner in Verteidigungsfragen setzt.
Die nächsten Schritte
Kürzlich gab Carney bekannt, dass er im Oktober einen konkurrierenden Anbieter für den U-Boot-Bau in Südkorea besuchen wird. Die Kanadier sind also bestrebt, die attraktivsten Angebote für ihre Unterwasserflotte zu ermitteln. Unabhängig vom Ausgang dieser Verhandlungen könnte die Entscheidung, U-Boote in Kanada zu bauen, ebenfalls eine Option sein, die in Erwägung gezogen wird.
Zusammengefasst zeigt der Besuch des kanadischen Premierministers in Kiel die enge Verknüpfung von Wirtschaft und Sicherheitspolitik und könnte entscheidend für eine Neuausrichtung der Verteidigungsstrategie beider Länder sein. Während Schleswig-Holstein sich als maßgeblicher Partner in der Verteidigungsindustrie positioniert, bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die internationale Rüstungskooperation auswirken werden.