Zahl der Autos in Schleswig-Holstein erreicht neuen Höchststand!
Ostholstein verzeichnet 657 Autos je 1.000 Einwohner und steigende Pkw-Dichte, während Nahverkehrsinitiativen vorangetrieben werden.

Zahl der Autos in Schleswig-Holstein erreicht neuen Höchststand!
In Schleswig-Holstein schreitet der Anstieg der Pkw-Zahl unaufhaltsam voran. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Pkw-Dichte in diesem Land im Jahr 2025 bei 593 Autos je 1.000 Einwohner liegt. Das ist nicht nur ein Anstieg im Vergleich zu 2008, wo dieser Wert noch bei 503 lag, sondern auch ein kleiner Schub über den bundesdeutschen Durchschnitt von 590 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner. Woher kommt dieser Anstieg? Und was bedeutet das für die Mobilität der Einwohner?
Laut NDR sind die höchsten Pkw-Dichten in den Kreisen Schleswig-Flensburg und Ostholstein mit jeweils 657 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner zu finden. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde folgt mit 650 Autos. Im Gegensatz dazu weisen Städte wie Kiel (442 Autos) und Lübeck (474 Autos) deutlich niedrigere Fahrzeugdichten auf. Hier zeigt sich, dass vor allem in ländlichen, dünner besiedelten Regionen der Anstieg stärker ausgeprägt ist.
Die Rolle der E-Mobilität
Inmitten dieses Anstiegs wird die E-Mobilität zunehmend wichtiger. Schleswig-Holstein hat sich bereits auf den Weg gemacht, die Elektromobilität als einen zentralen Bestandteil der zukünftigen Mobilitätsstrategien zu fördern. Die Landesregierung hat Initiativen zur Förderung von E-Autos beschlossen, um den wachsenden Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten. Aktuell sind rund 60.000 Elektrofahrzeuge im Land registriert, was einem Anstieg von 17,2 % im letzten Jahr entspricht. Mit über 750.000 Menschen, die täglich den Nahverkehr nutzen, wird auch hier nach modernen, emissionsarmen Mobilitätslösungen gesucht.
Besonders hervorzuheben ist das Pilotprojekt “FESH – Feldversuch eHighway Schleswig-Holstein”, das eine Teststrecke für Oberleitungs-Lkw zwischen Reinfeld und Lübeck eingerichtet hat. Diese innovativen Lkw bieten eine vielversprechende Lösung für den Güterverkehr und könnten helfen, die Verkehrsmengen in Zukunft deutlich zu reduzieren.
Nahverkehr und Pendelverhalten
Trotz des Anstiegs der Pkw-Dichte bleibt die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs eine Herausforderung. Aktuelle Daten zeigen, dass nur 16 % der Berufspendler in Deutschland auf öffentliche Verkehrsmittel setzen, während 65 % das Auto bevorzugen. Das macht die Förderung des ÖPNV besonders wichtig, insbesondere in einem Bundesland, das als Verkehrsdrehscheibe zwischen Skandinavien und Mitteleuropa gilt. Die MiD-Studie, die zurzeit Daten zu alltäglichem Verkehrsverhalten aufbereitet, könnte hier wertvolle Hinweise liefern. Erste Ergebnisse werden bis Mitte 2025 erwartet und könnten entscheidend für die Verkehrsplanung sein.
Die Pünktlichkeit im Nahverkehr zeigt sich mit 87,4 % der Züge, die im Juli 2025 pünktlich fuhren, ebenfalls in einem positiven Licht. Dennoch bleibt die Frage, wie die Politik und Gesellschaft auf den steigenden Fahrzeugbesitz reagieren und gleichzeitig den öffentlichen Verkehr attraktiv gestalten können. Verkehrsprojekte wie das Testprojekt Smile24, das Rufbusangebote einführt, zeigen bereits erste Ansätze, Problemlösungen zu finden.
In Schleswig-Holstein leben wir also in bewegten Zeiten. Der Anstieg der Pkw-Dichte trotzt Herausforderungen, birgt aber auch Chancen für eine umweltfreundlichere Mobilität. Die Weichen werden gerade gestellt – spannend bleibt, welchen Weg die Region nehmen wird.