Bundeskartellamt: 50+1-Regel bleibt - DFL muss jetzt handeln!

Bundeskartellamt: 50+1-Regel bleibt - DFL muss jetzt handeln!
Wolfsburg, Deutschland - Am 16. Juni 2025 hat das Bundeskartellamt seine vorläufige Bewertung zur 50+1-Regel verkündet, die für viel Gesprächsstoff in der Fußballszene sorgt. Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass die Regelungen grundsätzlich mit nationalem und europäischem Kartellrecht vereinbar sind, jedoch unter drei entscheidenden Bedingungen. Diese Bedingungen betreffen insbesondere die Bundesliga-Klubs Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg, die von speziellen Ausnahmen profitieren.
Für die DFL und ihre Vereine bedeutet das, dass künftig keine Ausnahmen mehr von der 50+1-Regel bestehen dürfen. Dies soll sicherstellen, dass die Mitglieder und Fans die notwendige Mitbestimmung in ihren Vereinen erhalten. Die DFL muss darüber hinaus die Transparenz bei der stimmberechtigten Mitgliedschaft der Klubs garantieren, was besonders für RB Leipzig von Bedeutung ist, dessen Vereinsstruktur auf den Prüfstand kommt. Zudem wird von der DFL gefordert, dass sie an ihre Weisungen bezüglich der Proficlubs gebunden ist. Diese wichtigen Punkte sind das Ergebnis eines umfangreichen Prüfverfahrens, das bereits 2018 auf Antrag der DFL ins Rollen kam.
Die Bedingungen im Detail
Das Bundeskartellamt hat klare Empfehlungen für die DFL formuliert:
- Einheitliche Wettbewerbsbedingungen für alle Bundesliga- und Zweitligateams.
- Offener Zugang zur Mitgliedschaft, um den Fan- und Mitgliederrechten Rechnung zu tragen.
- Beachtung der 50+1-Regel bei DFL-Abstimmungen.
- Nachbesserungen der Bestandsschutzregeln für ehemals geförderte Klubs.
Diese Empfehlungen sind nicht nur als rechtliche Vorgaben zu sehen, sondern auch als Möglichkeit, um das Fan-Engagement zu stärken und die Vereinbarkeit der Vereinsführungen sicherzustellen.
Der lange Weg zur Klarheit
Die rechtlichen Auseinandersetzungen um die 50+1-Regel ziehen sich bereits über Jahre hin. Während die DFL 2024 betonte, dass diese Regel ein zentrales Element ihrer Satzung darstellt, machte die jüngste EuGH-Rechtsprechung deutlich, dass die Solidität dieser Regel in Frage steht. Ein Urteil zur Super League und andere richtungsweisende Entscheidungen führten dazu, dass die DFL ihre Vorgehensweise überdenken musste. Viele Neuankömmlinge in der Bundesliga forderten eine Überprüfung der Ausnahmeregelungen für Leverkusen und Wolfsburg.
Der Eigentümerstatus und der Einfluss von Investoren in den deutschen Fußball stehen ebenfalls im Mittelpunkt der Diskussionen. Der Geschäftsführer von Hannover 96, Martin Kind, sieht sich Vorwürfen gegenüber, die ihn während einer Abstimmung über Investorenbeteiligungen im Dezember 2023 in die Defensive drängten. Ein Gericht hat bereits festgestellt, dass für Klubs wie Leverkusen und Wolfsburg ein dauerhafter Bestandsschutz nicht mehr zulässig ist, was den Druck auf die DFL erhöht, schnelle und umfassende Veränderungen herbeizuführen.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Es liegt viel Arbeit vor der DFL, um die 50+1-Regel zukunftssicher zu machen. Die Anhörung der Klubs und die Zustimmung der Mitglieder zu den erforderlichen Änderungen sind unerlässlich, damit der deutsche Fußball seine Tradition der Vereinsdemokratie und der Fanpartizipation nicht nur bewahren, sondern auch stärken kann. Die kommenden Monate sind entscheidend für die Entwicklung der Regel: Die DFL muss zeigen, dass sie ein gutes Händchen hat, um den Ansprüchen aller Beteiligten gerecht zu werden.
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Ort | Wolfsburg, Deutschland |
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