Heidelberg im Visier: Wird hier bald Atommüll gelagert?
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung prüft Heidelberg als potenziellen Standort für die Lagerung von Atommüll bis 2050.

Heidelberg im Visier: Wird hier bald Atommüll gelagert?
In der Debatte um die Endlagerung von Atommüll gibt es Neues aus Baden-Württemberg. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) prüft derzeit mehrere Regionen, darunter auch das Gebiet rund um Heidelberg, als potenzielle Standorte für die langfristige Lagerung hochradioaktiver Abfälle. Dies wurde von Heidelberg24 berichtet. Die BGE hat dazu die möglichen Flächen auf etwa 25 Prozent der deutschen Gesamtfläche eingegrenzt, basierend auf geologischen Gegebenheiten und bisher fehlenden Bewertungen.
In Baden-Württemberg wird auch nach weiteren geeigneten Standorten gesucht, einschließlich dem Alb-Donau-Kreis und Flächen zwischen Lautenbach und Bad Wildbad. Interessanterweise erstreckt sich das Gebiet mit noch nicht geprüften Flächen vor allem in Norddeutschland, während die Experten in einem vorigen Jahr noch 44 Prozent der Landesfläche in Betracht gezogen hatten, was zeigt, dass sich die Fokussierung geändert hat. Obwohl die BGE sich auf die Suche nach geeigneten Standorten konzentriert, wird bis Ende 2027 eine Benennung der Regionen angestrebt, die für eine oberirdische Erkundung infrage kommen.
Ein standhafter Plan bis 2050
Die endgültige Auswahl der Standorte wird letztlich durch den Gesetzgeber getroffen. Die BGE sieht es als wichtig an, dass bis spätestens 2050 klar ist, wo die Lagerstätten für etwa 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll errichtet werden. Dieser Abfall hat sich in über 60 Jahren Atomkraftnutzung in Deutschland angesammelt und wird derzeit in 16 oberirdischen Zwischenlagern aufbewahrt. Ein Ende der Kernenergie ist bereits seit April 2023 in Kraft, was den Druck auf die zuständigen Stellen erhöht, wesentliche Fortschritte in der Endlagersuche zu machen.
Umweltministerin Thekla Walker hat kürzlich betont, dass viele Gebiete in Baden-Württemberg wahrscheinlich als Endlager ausscheiden werden und hat sich für eine Beschleunigung des Auswahlprozesses ausgesprochen. Sie fordert eine fundierte, wissenschaftliche Herangehensweise, um die besten Optionen für die Endlager zu bestimmen. Dies wird von Tagesschau unterstützt, die darauf hinweist, dass die geologischen Bedingungen für eine unterirdische Lagerung mittlerweile als passend erachtet werden, insbesondere in Steinformationen wie Steinsalz, Tongestein oder Granit.
Geologische Voraussetzungen und Sicherheit
Die BGE-Vorsitzende Iris Graffunder zeigt sich optimistisch, dass Deutschland über gute geologische Formationen für die Endlagerung verfügt. Dabei müssen auch vulkanische Aktivitäten und Erdbebenrisiken ausgeschlossen werden, um eine langfristige Sicherheit von bis zu einer Million Jahren zu gewährleisten. Inzwischen wurde auch festgestellt, dass große Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und das Saarland aufgrund fehlender Gesteinsschichten als Endlagerstandorte ungeeignet sind.
Die nächste Schritte beinhalten die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs zur Optimierung des Standortauswahl-Verfahrens, der Anfang 2026 vorgelegt werden soll. Während also die Suche nach einem endgültigen Standort in die nächste Phase geht, bleibt abzuwarten, wie sich die Landschaft der möglichen Endlager in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.