Netflix greift nach Warner Bros.: Bieterkampf nimmt spannende Wendung!
Netflix plant die Übernahme von Warner Bros. Discovery im Bieterwettstreit mit Paramount. Der Ausgang bleibt ungewiss.

Netflix greift nach Warner Bros.: Bieterkampf nimmt spannende Wendung!
Die Welt des Filmmarkts gerät zunehmend ins Wanken, während Netflix seinen Einfluss durch einen möglichen Übernahmeversuch von Warner Bros. Discovery ausbauen möchte. Der Streaming-Gigant sieht sich jedoch in einem heftigen Bieterwettstreit mit Paramount, das ebenfalls Interesse an dem traditionellen Medienriesen bekundet hat. Diese Auseinandersetzung hat spürbare Auswirkungen auf die Börse, denn die Aktie von Netflix sank im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent. Seit die Übernahmepläne bekannt sind, hat das Unternehmen bereits rund 30 Prozent an Wert verloren, wie Bietigheimer Zeitung berichtet. Die Unsicherheit ist groß, und die Aktionäre haben jetzt die Qual der Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Angeboten.
Netflix möchte als Teil des Deals auf eine Aktienkomponente verzichten und stattdessen den gesamten Kaufpreis bar zahlen. Damit könnte der Streaming-Riese fast 83 Milliarden US-Dollar für die Geschäftsbereiche außerhalb des Kabelfernsehens von Warner Bros. aufbringen. Paramount bietet hingegen ein Gesamtpaket von 108,4 Milliarden Dollar an, jedoch riet der Warner-Verwaltungsrat den Aktionären von diesem Angebot ab, da es aus Finanzierungsperspektive als unzureichend angesehen wurde. Die mangelnde Transparenz in der Finanzierung von Paramount, die auf einen „undurchsichtigen Trust“ beruht, sorgte für Bedenken, wie Zeit Online berichtet.
Bieterkampf mit politischen Dimensionen
Doch es steckt mehr hinter diesem Bieterkampf. Netflix wird oft mit der Demokratischen Partei in Verbindung gebracht, während der Paramount-Chef, David Ellison, der Sohn von Larry Ellison, den den Republikanern nahesteht. Diese politischen Verbindungen könnten die Dynamik des Übernahmeprozesses zusätzlich beeinflussen. Nicht zuletzt äußerte sich auch Donald Trump zu den Übernahmepaketen, indem er darauf hinwies, dass Netflix bereits einen dominanten Marktanteil hat und die Verkaufsideen für CNN, die Paramount mitbringt, kritisch betrachtet werden sollten.
Die Bezugsrechte an beliebten Marken wie HBO-Serien, den DC-Comics und der „Harry-Potter“-Reihe wären für Netflix von unschätzbarem Wert und könnten die Streaming-Welt revolutionieren. Die Übernahme könnte Streaming zur dominierenden Kraft in der Filmbranche machen. Allgemein sehen Analysten die Wahrscheinlichkeit, dass Netflix als Sieger aus diesem Bieterwettstreit hervorgeht, steigend, wie Tagesschau hervorhebt.
Die Zukunft des Kinogeschäfts
Trotz der Konkurrenz und der Tendenzen zur Digitalisierung und zum Streaming denkt Netflix darüber nach, sein Kino-Geschäft zu stärken. Co-Chef Ted Sarandos betont, dass sie mit Warner Bros. ein bereits gut funktionierendes Kino-Geschäft übernehmen und ausbauen möchten. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Streaming von Filmen und deren traditioneller Präsentation auf großen Leinwänden. Angesichts eines Rückgangs der Kinobesucherzahlen im Jahr 2024 um 5,8 Prozent auf 90,1 Millionen, kommt die Frage auf: Wird das klassische Kino bald der Vergangenheit angehören oder kann es vorsichtig wiederbelebt werden?
Ob Netflix und Warner Bros. letztlich als verheiratetes Paar dastehen werden oder ob die Verhandlungen ins Stocken geraten, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für die gesamte Film- und Streamingbranche. Die Augen der Branche sind auf den Ausgang dieses Bieterwettstreits gerichtet und die Diskussion, wie sich das Konsumverhalten im Fachbereich künftig entwickeln könnte, hat gerade erst begonnen.