Prozess um Allgäuer Tierskandal: Landwirte vor Gericht wegen Tierquälerei!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Am 20.01.2026 beginnt in Memmingen der Prozess gegen Landwirte wegen 58 Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Am 20.01.2026 beginnt in Memmingen der Prozess gegen Landwirte wegen 58 Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.
Am 20.01.2026 beginnt in Memmingen der Prozess gegen Landwirte wegen 58 Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Prozess um Allgäuer Tierskandal: Landwirte vor Gericht wegen Tierquälerei!

Mehr als sechs Jahre ist es her, dass der „Allgäuer Tierskandal“ Schlagzeilen machte, doch nun steht der Prozess gegen zwei Landwirte aus Bad Grönenbach und deren zwei Mitarbeiter endlich vor dem Landgericht Memmingen auf der Agenda. Die Angeklagten sehen sich 58 Vorwürfen gegen das Tierschutzgesetz gegenüber, die im Detail alles andere als unbedenklich sind. So wird ihnen vorgeworfen, behandlungsbedürftigen Rindern keinen Tierarzt gerufen zu haben und diese zudem unsachgemäß mit einem Radlader transportiert zu haben. Gerichte sprechen in diesem Zusammenhang von erheblichen Schmerzen und Leiden, die die Tiere durch das Handeln der Angeklagten erfahren mussten. Um Zeit und Geld zu sparen, hätten diese die misslichen Umstände billigend in Kauf genommen, wie allgaeuhit.de berichtet.

Die rechtlichen Konsequenzen könnten gravierend sein: Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder hohe Geldstrafen drohen den verurteilten Landwirten und deren Mitarbeitern. Der Betrieb, der zwischenzeitlich durch den Verein „Soko Tierschutz“ in ein negatives Licht gerückt wurde, geriet 2019 in die öffentliche Diskussion, als versteckte Aufnahmen das grausame Geschehen im Stall aufdeckten. Mit teils erschreckenden Bildern aus dem Stall war das Vertrauen in die Tierhaltung erschüttert worden.

Die Sicht der Landwirte

Doch der Bayerische Bauernverband (BBV) warnt eindringlich vor einem Generalverdacht gegen alle Landwirte. Viele Schwierigkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben sind oft das Resultat unglücklicher Umstände, wie familiäre Erkrankungen oder Schicksalsschläge. Die Herausforderungen in der Landwirtschaft sind vielfältig, und nicht jeder Betrieb bringt es fertig, ohne externe Unterstützung zu überstehen. In diesem Sinne hat der BBV ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, um Fachleute flexibel heranzuziehen, sobald Probleme auftauchen. Ein sinnvoller Schritt, um noch schlimmeren Missständen entgegenzuwirken.

Zusätzlich wird im Rahmen der Diskussion auch der Vorschlag des Veterinärs Kai Braunmiller laut, eine Meldepflicht für Hofbesucher einzuführen. Dieser fordert, dass bei verdächtigen Betrieben Videokameras mit Internetzugriff installiert werden sollen, um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz frühzeitiger zu erkennen und zu dokumentieren.

Der lange Weg zum Prozess

Der lange Weg bis zur Eröffnung des Verfahrens ist nicht unbescholten. Vieles wurde von vorrangigen Verfahren aufgehalten, und die Erstellung von umfangreichen Gutachten für jedes einzelne Tier hat die notwendigen Verhandlungen verzögert. Insgesamt sind bis zum 19. Mai 2026 insgesamt 16 Verhandlungstage angesetzt, und trotz der schwerwiegenden Vorwürfe gilt es nach wie vor die Unschuldsvermutung zu respektieren, wie auch die bayerische Rundschau betont.