Menschenkette für Demokratie: Bürger setzen Lichtzeichen in Herzogenaurach!
Bürger in Herzogenaurach bilden am 30. Januar eine Menschenkette für Demokratie und gegen Rechtsextremismus um das Rathaus.

Menschenkette für Demokratie: Bürger setzen Lichtzeichen in Herzogenaurach!
In Herzogenaurach wird am Freitag, den 30. Januar, die Aktion „Rathäuser schützen“ stattfinden, die von der Allianz gegen Rechtsextremismus organisiert wird. Dieser Aufruf zielt darauf ab, ein starkes Zeichen für die Demokratie zu setzen, insbesondere in Anbetracht der bevorstehenden Kommunalwahlen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Schlosshof und wird durch eine Menschenkette rund um das Rathaus symbolisiert. Die Organisatoren erhoffen sich, die demokratische Kultur auf kommunaler Ebene zu stärken, da Rathäuser als Symbole für Mitbestimmung, Rechtsstaatlichkeit und offenen Diskurs stehen. Laut nn.de wird die Aktion überparteilich sein und alle Bürger, auch Familien mit Kindern, einladen, sich zu beteiligen.
Um diese wichtige Botschaft des Zusammenhalts zu verstärken, werden die Teilnehmenden eingeladen, Kerzen mitzubringen. Diese sollen als Lichtzeichen für Demokratie und Verantwortung dienen. Die Organisatoren betonen, dass die Demokratie vom Mitmachen lebt. In Zeiten, in denen extrem rechte Haltungen und Bewegungen einen beunruhigenden Anstieg erleben, ist es umso wichtiger, sich aktiv für die Werte von Freiheit und Gleichheit einzusetzen.
Die Realität des Rechtsextremismus
Die anhaltenden Herausforderungen durch den Rechtsextremismus sind in der bundesdeutschen Gesellschaft spürbar. Vielfalt und Gleichheit werden zunehmend in Frage gestellt, was sich auch in den extremen Einstellungen der Menschen widerspiegelt. Eine Langzeitstudie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zeigt, dass solche Ansichten über verschiedene soziale Schichten hinweg verbreitet sind. Laut der bpb haben in der Erhebung für 2022/23 8,3 Prozent der Befragten extrem rechten Aussagen zugestimmt.
Der Rechtsextremismus in Deutschland ist ein heterogenes Geflecht, das Strömungen wie Neonazismus und Rechtspopulismus umfasst und sich einem erheblichen Maß an Gewalt bedient. Seit 1990 wurden mindestens 219 Menschen durch rechte Gewalt getötet, und gerade im Jahr 2022 wurden über 23.000 politisch motivierte Straftaten im Bereich PMK-rechts registriert. Diese Gewaltakte tragen stark zur Schaffung eines Klimas der Angst in der Gesellschaft bei.
Die Veranstaltung am 30. Januar in Herzogenaurach könnte somit nicht nur ein Ort des Zusammenkommens werden, sondern auch eine Plattform für den Austausch und die Diskussion über die Herausforderungen, die der Rechtsextremismus für die Demokratie mit sich bringt. Die Botschaft ist klar: Demokratie ist nicht selbstverständlich und benötigt aktiven Schutz und Förderung durch die Bürger.