Paula Heine übernimmt Zuchtleitung: Zukunft der Rinder im Fokus!
Paula Heine wird neue Zuchtleiterin der Rinderzuchtverbände in Miesbach. Ihre Verantwortung umfasst wichtige Tierhaltungsstrategien.

Paula Heine übernimmt Zuchtleitung: Zukunft der Rinder im Fokus!
Paula Heine wurde als neue Zuchtleiterin für die Rinderzuchtverbände Miesbach, Weilheim und Traunstein ernannt. Damit tritt sie in die Fußstapfen von Rudolf Maierhofer, der in den Ruhestand gegangen ist. Mit ihrer Wahl verbunden ist ein klarer Fokus auf die Zukunft der Nutztierhaltung in Bayern, wie die Merkur berichtet.
Heine bringt wertvolle Erfahrungen mit, nachdem sie in den vergangenen zwei Jahren als Stellvertreterin tätig war. Ihr Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Milchviehhaltung an der Hochschule Weihenstephan und die Promotion an der LMU München haben ihre Expertise verstärkt. Unterstützung erhält sie von der stellvertretenden Zuchtleiterin Svenja Heinen und den Fachberatern Simon Mühlbacher und Tobias Zeltsperger.
Fokus auf Tierwohl und Tradition
Die neue Zuchtleitung wird sich insbesondere mit verschiedenen Rinderrassen beschäftigen, darunter Fleckvieh, Braunvieh und Holstein sowie gefährdete Rassen wie das Murnau-Werdenfelser, das Original Braunvieh und den Pinzgauer. Das AELF Holzkirchen, unter der Leitung von Heine, betreut etwa 155.000 im Zuchtregister erfasste Rinder und mehr als 3.000 Betriebe. Margarete Kohnert, Bereichsleiterin Landwirtschaft, zeigte sich optimistisch über die neue Verantwortung Heines für die Kulturlandschaft und deren zukünftige Entwicklung.
Nicht nur in Bayern, sondern auch in Tirol wird das Thema Tierwohl großgeschrieben. Der Masterabsolvent Sandro Gstrein von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf hat eine umfassende Umfrage zur Rinderhaltung in Tirol durchgeführt. Diese Umfrage vereinte die Meinungen von über 5.300 Landwirten und zielte darauf ab, wertvolle Daten zur Haltungsform der Kühe zu erheben, fuhr der HSWT fort. Die Studienteilnehmer gaben an, dass 77 % von ihnen die Kühe in Kombinationshaltung halten, während nur 23 % auf Laufstallhaltung zurückgreifen.
Herausforderungen in der Nutztierhaltung
Wie eine Umfrage von Gstrein zeigt, ist die Mensch-Tier-Beziehung für viele Landwirte von großer Bedeutung. Sie sehen sich jedoch auch Herausforderungen gegenüber, die nicht nur die Haltung, sondern auch die Gesundheit der Tiere betreffen. Der Klimawandel spielt hier eine entscheidende Rolle, wie auf der Jahrestagung der DLG hervorgehoben wurde. Prof. Uta Dickhöfer von der Universität Kiel thematisierte die Probleme, die sich durch Hitzestress und schwankende Futtermittelangebote ergeben. Züchtungsstrategien, die hitzetolerante Nutztierrassen hervorbringen, sowie Anpassungen in der Haltungsumgebung, werden als dringend notwendig erachtet, berichtete die DLG.
Eine solche Perspektive ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass die Zoonose-Risiken in der Nutztierhaltung steigen und eine hohe Biosicherheit gefordert ist. Prof. Sascha Knauf vom FLI beleuchtete die Rolle multiresistenter Keime und die Notwendigkeit eines effektiven One-Health-Ansatzes – der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt miteinander verbindet. In diesem Rahmen ist die Verantwortung der Agrarwissenschaftler und Züchter essenziell, nicht nur für die Tiere zu sorgen, sondern auch für die Gesundheit des gesamten Ökosystems.
In einer Zeit, in der die Herausforderungen immer vielfältiger werden, setzt die neue Zuchtleitung unter Paula Heine auf eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Nutztierhaltung. Ein gutes Händchen bei der Umsetzung dieser Ziele könnte sowohl für die Betriebe als auch für die Tiere von großem Vorteil sein.