25 Jahre nach Volkan: Der schmerzhafte Umgang mit Kampfhunden in Hamburg

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Am 26. Juni 2000 wurden in Hamburg zwei Kampfhunde nach dem tödlichen Angriff auf einen Jungen erschossen. Der Vorfall führte zu neuen Hundeverordnungen.

Am 26. Juni 2000 wurden in Hamburg zwei Kampfhunde nach dem tödlichen Angriff auf einen Jungen erschossen. Der Vorfall führte zu neuen Hundeverordnungen.
Am 26. Juni 2000 wurden in Hamburg zwei Kampfhunde nach dem tödlichen Angriff auf einen Jungen erschossen. Der Vorfall führte zu neuen Hundeverordnungen.

25 Jahre nach Volkan: Der schmerzhafte Umgang mit Kampfhunden in Hamburg

Vor 25 Jahren, am 26. Juni 2000, ereignete sich in Hamburg-Wilhelmsburg ein tragischer Vorfall, der die deutschen Hundegesetze nachhaltig beeinflussen sollte. Ein sechsjähriger Junge namens Volkan wurde von zwei Kampfhunden totgebissen. Die Hunde, „Gipsy“, eine Mischung aus Pitbull, American Staffordshire und Bullterrier, sowie „Zeus“, halb Pitbull, halb American Staffordshire, wurden nach dem Vorfall von der Polizei erschossen. Der Halter, Ibrahim K., wurde verletzt, als er versuchte, die Hunde zurückzuziehen. Dies führte zu landesweiten Protesten und einer drastischen Wende in der Gesetzgebung rund um die Haltung von Kampfhunden. Laut NDR führte dieser Vorfall schließlich zur Einführung einer Hundeverordnung in Hamburg.

Hamburg nahm eine Vorreiterrolle ein und wurde das erste Bundesland mit einer umfassenden Hundeverordnung, die eine Rasseliste beinhaltet. Bereits 2006 wurde ein entsprechendes Gesetz erlassen und 2012 verschärft. Auf dieser Liste stehen auch gefährliche Hunderassen, die in Hamburg nicht gehalten werden dürfen, wie der American Pitbull Terrier und der Bullterrier. Rassen, die nicht auf dieser Liste stehen, unterliegen jedoch spezifischen Regelungen. So müssen Hunde in Hamburg generell an der Leine geführt werden und eine Maulkorbpflicht für bestimmte Hundegruppen gilt. Dieser Umstand wurde von Dogondo ausführlich thematisiert.

Die Gesetzeslage und ihre Konsequenzen

Im Jahr 2024 wurden in Hamburg insgesamt 127 Beißvorfälle registriert, was einen Rückgang im Vergleich zu 152 Vorfällen im Jahr 2014 darstellt. Sarah Timmann, eine SPD-Politikerin, weist darauf hin, dass die Hundeverordnung offensichtlich Wirkung zeigt, doch trotz dieser Regelung kam es weiterhin zu Angriffen, auch von Hunden, die nicht auf der Rasseliste stehen. Dies verdeutlicht, dass die Problematik nicht nur auf bestimmte Rassen beschränkt ist. Der Tod von Volkan bleibt für viele ein schmerzliches Kapitel und zeigt die Herausforderungen, die es bei der Umsetzung der Gesetze gibt. Ebenfalls wird kritisiert, dass die Regelungen zu Hunderassen von Bundesland zu Bundesland stark variieren.

Ibrahim K., der Halter der Hunde, wurde 2001 wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt und 2003 in die Türkei abgeschoben. Silja W., die Halterin von „Gipsy“, erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Der Vorfall hat nicht nur rechtliche Veränderungen mit sich gebracht, sondern beeinflusst auch die gesellschaftliche Wahrnehmung von Hundehaltung und -sicherheit. In Schleswig-Holstein wurde beispielsweise die Rasseliste 2016 abgeschafft, was zeigt, dass auch andere Bundesländer ihre Regelungen überdenken.

Statistische Einblicke

Die Probleme und Vorurteile rund um bestimmte Hunderassen zeigen sich auch in den Statistiken. Laut einer Erhebung des Deutschen Städtetages, die von 1991 bis 1995 durchgeführt wurde, stehen Schäferhunde an der Spitze der Rassen, die zu ordnungsbehördlichen Einschreitungen führten. Mischlinge, einschließlich Schäferhundmischlinge, belegen sogar den ersten Platz insgesamt mit 2376 Fällen. Dennoch fallen Rassen wie der Rottweiler auch auf, während einige als gefährlich eingestufte Hunde in den Statistiken wenig Beachtung finden. Die Statistiken über gefährliche Hunde zeigen, dass das Problem vielschichtiger ist, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Der Vorfall damals in Hamburg und die darauf folgenden rechtlichen Maßnahmen haben die Diskussion über Hundehaltung und Sicherheit neu entfacht. Auch wenn Fortschritte erzielt wurden, bleibt die Diskussion über das richtige Maß an Regulierung und Sicherheit weiterhin spannend. Es liegt an der Gesellschaft, ein gutes Händchen dabei zu haben, wie sie mit dem Thema umgeht, um sowohl Hunde zu schützen als auch die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.