PFAS-Alarm: 69% der Fische und 39% der Eier stark belastet!
Frankfurt am Main berichtet über die weit verbreitete Belastung von Lebensmitteln mit PFAS anhand aktueller Studienergebnisse.

PFAS-Alarm: 69% der Fische und 39% der Eier stark belastet!
Vor Kurzem wurde alarmierende Nachrichten über die Belastung von Lebensmitteln mit PFAS, auch bekannt als Ewigkeitschemikalien, bekannt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Ergebnisse seines PFAS-Checks aus den Daten der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass tierische Produkte oftmals eine besonders hohe Kontamination aufweisen.
Im Frühjahr 2025 wurden 22 Stichproben von Hühnereiern untersucht, und das Ergebnis ist erschreckend: In 14 der Proben wurden PFAS nachgewiesen. Besonders auffällig ist, dass die Eier von Hobbyhalter*innen deutlich stärker belastet waren als die von kommerziellen Anbietern. Laut den Daten sind 69% des Fisches, 55% der Innereien, und 39% der Hühnereier mit diesen Chemikalien kontaminiert. Vegetarische Lebensmittel hingegen sind mit nur 7% viel weniger betroffen.
Gesundheitliche Risiken und gesetzliche Grenzwerte
Die gesundheitlichen Auswirkungen von PFAS sind gut dokumentiert. Die Chemikalien sind biologisch nicht abbaubar und können im menschlichen Körper und in der Umwelt anreichern. Laut dem BUND bergen sie Risiken wie einen erhöhten Cholesterinspiegel und ein geschwächtes Immunsystem. In den Niederlanden wird sogar vom Verzehr von Eiern aus Hobbyhaltung abgeraten. Während die gesetzlichen Grenzwerte für PFAS in Lebensmitteln bekannt sind, werden sie als unzureichend erachtet, insbesondere für empfindliche Gruppen wie Kinder. Die EFSA hat deswegen eine neue tolerierbare Wochendosis (TWI) von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt, deren Überschreitung gesundheitliche Risiken birgt.
Der BUND fordert daher eine Beschränkung aller PFAS-Anwendungen und eine Anpassung der Grenzwerte für Lebensmittel und Trinkwasser. Dies schließt eine genaue Regulierung von nicht überwachten PFAS-Varianten ein, die in großen Mengen vorkommen. Es ist ernüchternd, dass von über 10.000 bekannten PFAS-Substanzen in der EU nur weniger als 20 reguliert sind, während die anderen ein Gesundheitsrisiko darstellen können.
Ursprung der Kontamination
Die Ursachen für die PFAS-Belastung in Lebensmitteln sind vielfältig. Diese chemischen Verbindungen werden in diversen Branchen genutzt, angefangen von Textilien bis hin zur Lebensmittelverarbeitung. PFAS gelangen über kontaminierte Böden, Wasser und Futtermittel in die Nahrungskette. Zudem sind sie häufig in Verpackungen von Lebensmitteln nachweisbar, was die Problematik weiter verschärft.
Die vom BUND geforderten Maßnahmen haben nicht nur das Ziel, die Gesundheit der Verbraucher zu schützen, sondern auch langfristige Lösungen zur Sanierung kontaminierter Böden und Gewässer anzuregen. Immer mehr Menschen entschließen sich, pflanzliche Eiweißprodukte zu konsumieren, um gesundheitlichen Risiken durch die Aufnahme von PFAS und anderen Schadstoffen auszuweichen. Die Entwicklung der nächsten Schritte in der europäischen Gesetzgebung bleibt spannend, denn ein Vorschlag zur umfassenden Beschränkung der PFAS-Gruppe wird aktuell von der EU geprüft.
Inmitten dieser Herausforderungen ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu werden und verantwortungsvolle Entscheidungen beim Einkauf von Lebensmitteln zu treffen. Informierte Verbraucher sind der Schlüssel zur Veränderung und können durch Kaufentscheidungen den Druck auf Hersteller und Gesetzgeber erhöhen.
Für eine umfassende Analyse und weitere Informationen zu den Risiken von PFAS in Lebensmitteln und dem aktuellen Stand der Gesetzgebung, sei auf die Berichterstattung von ÖkoNews, Ärzteblatt und EFSA verwiesen.