Ungewohnte Einblicke: Der Kampf gegen Personalmangel in der Justiz!

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Erfahren Sie mehr über den Werdegang von Dr. Lars Tiemann, einem ehemaligen Richter in Friesland, und die Herausforderungen der Justiz.

Erfahren Sie mehr über den Werdegang von Dr. Lars Tiemann, einem ehemaligen Richter in Friesland, und die Herausforderungen der Justiz.
Erfahren Sie mehr über den Werdegang von Dr. Lars Tiemann, einem ehemaligen Richter in Friesland, und die Herausforderungen der Justiz.

Ungewohnte Einblicke: Der Kampf gegen Personalmangel in der Justiz!

Die Herausforderungen in der Justiz sind vielfältig und betreffen nicht nur die Richter, sondern das gesamte System. Dr. Lars Tiemann, ehemals Richter am Amtsgericht Jever und jetzt bei der Staatsanwaltschaft tätig, hat diese Probleme hautnah erlebt. Er arbeitete von Mai 2024 bis September 2025 in der Justiz, nachdem er zuvor für neun Monate am Landgericht Oldenburg und der Staatsanwaltschaft war. Seine Entscheidung, in die Justiz zu gehen, war von Überzeugung geleitet, auch wenn die Angebote in der freien Wirtschaft finanziell lukrativer gewesen wären, wie NWZ Online berichtet.

Die Arbeit als Richter ist alles andere als simpel. Der Alltag ist geprägt von der Vorbereitung auf Verfahren, der Verhandlung selbst, dem Hören von Zeugen und dem Abwägen von Beweisen. Dabei schwankt die Zahl der verhandelten Fälle pro Tag erheblich. Während es an guten Tagen sieben bis acht Hochzeitsverfahren sein können, bleibt an anderen Tagen die Gerichtssäle leer. Besonders herausfordernd ist die emotionale Belastung in vielen Fällen, die Tiemann sowohl als Richter als auch nun als Staatsanwalt nachvollziehen kann. Ein Beispiel für einen skurrilen Fall war der Soldat, der sich eine Verletzung mit einer Bratpfanne zuzog, um aus einer Übung zu entkommen.

Überlastung und Personalmangel

Die Herausforderungen der Justiz sind nicht nur persönlicher Natur; sie sind systemisch. Corinna Wiggers, Richterin am Amtsgericht Lübeck, plant für einen Prozess wegen Steuerhinterziehung offiziell 315 Minuten ein, benötigte jedoch in der Realität oft über 300 Stunden für ähnliche Fälle. Dies zeigt, wie stark die Überlastung der Richter in Norddeutschland derzeit ist. Die steigenden Verfahrensdauern sind alarmierend: In den letzten zehn Jahren stiegen diese in Niedersachsen um 15%, in Schleswig-Holstein sogar um 22%, was auf erhebliche Defizite im Personalbereich hinweist, wie NDR anmerkt.

Das System zur Berechnung des Personalbedarfs, bekannt als PEBB§Y, zeigt, dass viele Gerichte nicht ausreichend besetzt sind. Niedersachsen benötigt mindestens 193 Vollzeitstellen, während momentan allein an 87 von 91 Gerichten nicht genügend Richter vorhanden sind. Dies führt nicht nur zu einer Überlastung der bestehenden Richter, sondern auch zu einem Druck, der die Qualität der Rechtsprechung gefährden könnte. Richter signalisieren Gutachtern häufig gewünschte Ergebnisse, was auf tiefere Probleme im Gutachterwesen hinweist. Hier muss dringend etwas geschehen.

Die Lösung ist gefragt

Die dringliche Notwendigkeit einer Reform in der Justiz wurde auch bei einer Veranstaltung des Deutschen Richterbundes und des Schleswig-Holsteinischen Richterverbands deutlich. Fast 100 Teilnehmer erörterten den Personalmangel und die Notwendigkeit, junge Juristinnen und Juristen für eine Karriere in der Justiz zu gewinnen. An vielen Gerichten steht nicht nur der Nachwuchs in der Kritik, sondern auch die Rahmenbedingungen, etwa durch die Verbesserung der digitalen Arbeitsmöglichkeiten und eine Erhöhung der Besoldung, wie in der Zusammenfassung zu DRB zu lesen ist.

Die Justizlandschaft ist im Umbruch, und die Fragen sind groß: Wie kann die Überlastung der Gerichte effektiv bekämpft werden? Welche Anreize müssen gesetzt werden, um die Justiz für jungen Nachwuchs attraktiver zu machen? In einer Zeit, in der die Digitalisierung immer wichtiger wird, ist es unerlässlich, dass die Justiz nicht nur mit der Zeit geht, sondern auch für die Zukunft gewappnet ist.