Säugling im Bielefelder Park ausgesetzt: Polizei sucht Zeugen!
Bielefeld: Polizei sucht Zeugen nach Auffinden eines ausgesetzten Säuglings im Schildescher Park am 4. Oktober 2025.

Säugling im Bielefelder Park ausgesetzt: Polizei sucht Zeugen!
In einem bewegenden Vorfall sucht die Bielefelder Kriminalpolizei seit einem Monat nach den Eltern eines Säuglings, der Anfang Oktober im Schildescher Park ausgesetzt wurde. Das Baby, das am Samstagabend, dem 4. Oktober 2025, gefunden wurde, war gut in Decken und Tüchern eingewickelt und befand sich glücklicherweise nicht in akuter Lebensgefahr, wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilte. Es wurde in eine Pflegefamilie gebracht, und ein Vormund des Jugendamtes Bielefeld vertritt nun die Interessen des kleinen Geschöpfes.
Der Fundort des Babys ist ein Grünstreifen zwischen der Rückseite des Media Markts am Im Bracksiek und der Straße Am Pfarracker. Um den Umständen des Aussetzens auf den Grund zu gehen, appelliert die Polizei an die Öffentlichkeit, insbesondere an Personen, die am besagten Tag im Park möglicherweise verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise können unter der Telefonnummer 0521 5450 an das Kriminalkommissariat 11 gegeben werden. Besonders von Interesse sind Beobachtungen zu Frauen, die eventuell kürzlich schwanger waren oder eine Verheimlichung ihrer Schwangerschaft versucht haben könnten.
Ein ähnlicher Vorfall wirft Fragen auf
Der Vorfall erinnert an einen ähnlichen Fall aus dem Jahr 2024, als ein Neugeborenes auf dem Schulhof der Bielefelder Südschule ausgesetzt wurde. Dieses Baby hatte damals eine lebensgefährliche Unterkühlung erlitten, konnte aber letztendlich gerettet werden. Diese tragischen Ereignisse haben in der Stadt eine lebhafte Diskussion über die Notwendigkeit von Babyklappen angestoßen – Instrumente, die in solchen kritischen Fällen als Alternativen zur Aussetzung dienen könnten. Bedauerlicherweise gibt es in Bielefeld derzeit keine solchen Einrichtungen, was einige besorgte Bürger zu der Frage bringt, wie potenziellen Eltern besser geholfen werden kann.
Das Angebot städtischer Hilfen ist durchaus vorhanden, wird jedoch von vielen nicht wahrgenommen oder ist lediglich unzureichend bekannt. In einer Stadt wie Bielefeld, wo kulturelle Aktivitäten und Gemeinschaftsprojekte hoch im Kurs stehen, scheint es zwingend notwendig, auch in sozialen Belangen mehr Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Bielefelder Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und ruft alle dazu auf, wachsam zu sein. Insbesondere Details über auffällig gekleidete Frauen oder ähnliche Beobachtungen könnten dazu beitragen, die Identität der Eltern zu klären und das Schicksal des Kindes zu beeinflussen. In einer Zeit, in der jeder Einzelne die Chance hat, durch kleine Gesten Großes zu bewirken, ist die Solidarität der Gemeinde gefragt.
Besuchen Sie die Berichte von NW.de und WDR für mehr Informationen zu diesem tragischen Vorfall.