Mieterverein Düsseldorf erreicht Rekordzahl: 34.500 Mitglieder!
Düsseldorf verzeichnet 34.500 Mietervereinsmitglieder. Steigende Mietpreise und fehlender Wohnraum gefährden die Wohnqualität.

Mieterverein Düsseldorf erreicht Rekordzahl: 34.500 Mitglieder!
Nachdem das Jahr 2026 begonnen hat, zeichnen sich in Düsseldorf alarmierende Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt ab. Der Düsseldorfer Mieterverein hat zum Jahresstart einen Rekord von 34.500 Mitgliedern verzeichnet – ein klarer Hinweis darauf, dass die Sorgen um bezahlbaren Wohnraum immer drängender werden. Im vergangenen Jahr sind rund 3.200 Menschen dem Verein beigetreten, was die steigende Notwendigkeit von Beratung und Unterstützung verdeutlicht. Wie WDR berichtet, hat der Verein im Jahr 2025 etwa 31.500 Beratungen zu mietrechtlichen Fragen durchgeführt.
„Die hohe Nachfrage nach rechtlicher Unterstützung spiegelt sowohl den Zuspruch als auch die Probleme auf dem Wohnungsmarkt wider“, so der 1. Vorsitzende Hans-Jochem Witzke. Die Lage in Düsseldorf ist alles andere als entspannt: Fehlender bezahlbarer Wohnraum und drastisch steigende Mietpreise sind drängende Probleme. Seit 2021 sind die Angebotsmieten um beachtliche 24 Prozent gestiegen, was aus der empirischen Preisdatenbank hervorgeht, wie Mieterverein Düsseldorf ergänzt. Rund zwei Drittel der Berufstätigen in der Stadt zeigen sich unzufrieden mit den Preise, und viele machen die Wohnungspolitik für ihre Situation verantwortlich.
Die Wohnungsnot spitzt sich zu
Die Zahlen sind alarmierend: Die Leerstandsquote in Düsseldorf liegt bei nur 1,59 Prozent, weit unter dem empfohlenen Wert von drei Prozent. Die Mieter kämpfen gegen Luxussanierungen, die ihnen oft günstigen Wohnraum rauben, wie beispielsweise im Stadtteil Golzheim. Ein besonders besorgniserregender Punkt ist die Tatsache, dass bis 2030 fast die Hälfte der Sozialwohnungen aus der Preisbindung fallen wird, wie eine Studie der NRW-Bank zeigt.
Der Mieterverein plant nun, seine Verwaltung und Rechtsabteilung zu verstärken, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. „Die Stadtverwaltung muss ernsthafte Maßnahmen ergreifen, um bezahlbares und menschenwürdiges Wohnen sicherzustellen“, betont Witzke eindringlich und verweist auf die aktuelle Ratskoalition aus CDU und Grünen, die sich nach der Kommunalwahl für mehr Mieterschutz und bezahlbaren Wohnraum ausgesprochen hat.
Der Ruf nach sozialer Wohnungspolitik
Das Bündnis „Wir wollen wohnen!“ hat kürzlich gefordert, dass soziale Wohnungspolitik in den Kommunen Vorrang hat. Diese Forderung wird ergänzt durch die Notwendigkeit, den öffentlichen Wohnungsbau auszubauen und die Anforderungen an Sozialwohnungen bei Neubauprojekten zu erhöhen. Menschen mit Wohnkostenproblemen nehmen zu, und die Notwendigkeit für Fachberatung, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden, ist klar erkennbar.
Die hohe Mietbelastung wird nicht nur in der Politik diskutiert, sondern betrifft zunehmend auch den Alltag junger Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Wohnung in der Nähe ihrer Ausbildungs- oder Studienplätze zu finden. Ein weiterer Aspekt ist der Zusammenhang zwischen sozialer Wohnungspolitik und Wirtschaftsförderung, wie Sigrid Wolf vom DGB NRW anmerkt.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt vielfältig sind und eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure erfordern, um Lösungen zu finden. Die anhaltenden Mietsteigerungen und die damit verbundene soziale Ungerechtigkeit sind Themen, die auch in Zukunft auf der politischen Agenda stehen müssen.