Rhein-Erft-Kreis erhält 244 Millionen Euro – Optimismus oder Enttäuschung?

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Rhein-Erft-Kreis erhält über 244 Millionen Euro im NRW-Investitionsprogramm. Bürgermeister warnen vor hohen Erwartungen.

Rhein-Erft-Kreis erhält über 244 Millionen Euro im NRW-Investitionsprogramm. Bürgermeister warnen vor hohen Erwartungen.
Rhein-Erft-Kreis erhält über 244 Millionen Euro im NRW-Investitionsprogramm. Bürgermeister warnen vor hohen Erwartungen.

Rhein-Erft-Kreis erhält 244 Millionen Euro – Optimismus oder Enttäuschung?

In der Rhein-Erft-Region stehen große Veränderungen an. Mit dem frisch vorgestellten „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ plant die Landesregierung massive Investitionen von insgesamt 31,2 Milliarden Euro in den kommenden zwölf Jahren. Dieses Programm, das als das größte seiner Art in der Geschichte von NRW gilt, zielt darauf ab, die kommunale Infrastruktur, Schulen und Bildungseinrichtungen sowie die Verkehrsinfrastruktur zu stärken. Dies berichtet unter anderem ksta.de, das auch die finanziellen Verteilungen in der Region thematisiert.

Der Elsdorfer Bürgermeister Andreas Heller, der der CDU angehört, begrüßt die Zuwendung von 10 Millionen Euro für eine neue 1,5-fach Turnhalle, warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen. Er erkennt die Notwendigkeit an, den kommunalen Sanierungsstau zu beseitigen, betont jedoch, dass diese Mittel nicht ausreichen werden, um alle notwendigen Maßnahmen zu finanzieren. „10 Millionen Euro sind schön und gut, aber allein für eine Turnhalle nicht genug“, äußert Heller.

Investitionen für die Region

Der Rhein-Erft-Kreis wird in den nächsten Jahren mit über 244 Millionen Euro unterstützt, darunter fast 49 Millionen für die Kreisverwaltung. Landrat Frank Rock beschreibt diese Mittel als ermutigendes Signal, zeigt sich aber skeptisch, ob die finanziellen Ressourcen tatsächlich für die angemeldeten Projekte ausreichen werden. Auch in Bergheim und anderen Städten wird die Verteilung der Mittel erwähnt: Dort erhält die Stadtverwaltung knapp 28 Millionen Euro, sieht jedoch die Notwendigkeit, bürokratische Hürden bei der Mittelvergabe abzubauen.

Die Verteilung der finanziellen Zuschüsse im Rhein-Erft-Kreis erfolgt wie folgt:

Stadt Investitionshöhe in Euro
Rhein-Erft-Kreis 48.902.954
Elsdorf 10.028.028
Pulheim 21.856.528
Bedburg 11.406.840
Bergheim 27.916.552
Frechen 19.907.178
Hürth 23.569.911
Kerpen 27.956.536
Wesseling 14.269.915
Brühl 17.559.861
Erftstadt 21.140.466

Wesseling’s Bürgermeister Ralph Manzke äußert ebenfalls Kritik an den bereitgestellten Mitteln und der damit verbundenen Bürokratie. Die Stadt Bedburg plant, die 11,5 Millionen Euro in Bildung, Feuerwehr und Mobilität zu investieren, während man in Kerpen die Unterstützung zwar als hilfreich wahrnimmt, doch nicht als ausreichend zur Beseitigung der strukturellen Unterdeckungen betrachtet.

Aussichten und Herausforderungen

Der Plan, der auf einer soliden finanziellen Basis beruht, wird unterstützt durch ein Infrastruktursondervermögen vom Bund in Höhe von 21,1 Milliarden Euro. Doch trotz dieser hohen Summen gibt es auch kritische Stimmen. SPD und FDP warnen vor möglichen Schwierigkeiten bei der Nutzung der Mittel. Die kommunalen Spitzenverbände fordern mehr Geld und weniger bürokratische Hürden, um die Gelder effektiv vor Ort einsetzen zu können. Diese Ansprüche sind besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass fast 10 Milliarden Euro der Investitionen für Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur vorgesehen sind, ein Bereich, der durch die Corona-Pandemie besonders leidet.

So bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Städte und Gemeinden die neuen Möglichkeiten nutzen werden. In den kommenden Jahren könnte sich zeigen, ob die Stadtverwaltungen das nötige Händchen haben, um die Mittel effizient einzusetzen und die Infrastruktur zur Zufriedenheit der Bürger zu verbessern. Der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ könnte somit zum entscheidenden Schlüssel für eine zukunftssichere Entwicklung der Region werden.

Während sich die Stadtverwaltungen auf die Beantragung und Verwendung dieser Gelder vorbereiten, bleibt es wichtig, den Dialog mit der Landesregierung und den anderen Akteuren aufrechtzuerhalten. Die Herausforderungen sind groß, aber wenn alle an einem Strang ziehen, kann die Region Rhein-Erft vielleicht bald auf eine florierende und gut ausgebaute Infrastruktur blicken.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Berichte von ksta.de, finanzverwaltung.nrw.de und tagesschau.de.