Neues Wurm-Connectom enthüllt Geheimnisse der neuronalen Aktivität!
Wissenschaftler erforschen neuronale Aktivität im Wurm C. elegans, um die Verbindung zwischen Struktur und Funktion aufzudecken.

Neues Wurm-Connectom enthüllt Geheimnisse der neuronalen Aktivität!
In der Welt der Neurowissenschaften gibt es immer wieder neue spannende Entdeckungen. Eine kürzlich erschienene Studie nimmt sich dem Wurm Caenorhabditis elegans an, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Gehirnstruktur und neuronaler Aktivität zu beleuchten. Diese kleinen Tiere haben bereits 1986 das Interesse der Forscher geweckt, als die erste Karte aller synaptischen Verbindungen erstellt wurde. Doch wie The Transmitter berichtet, zeigt sich, dass es noch immer viele Fragen zu klären gibt.
Die Herausforderung, die Anatomie mit der Funktion zu verknüpfen, erweist sich als alles andere als einfach. Modelle neuronaler Aktivität, die auf den bestehenden Verbindungen beruhen, stimmen nicht immer mit den Beobachtungen der Gehirnaktivität in lebenden Würmern überein. Ähnliches wurde auch bei Mäusen und Fruchtfliegen festgestellt, wo “stille” Synapsen und unerwartete Zellreaktionen beobachtet wurden. Neue Preprints, die die Mechanismen hinter diesen Phänomenen erforschen, zeigen, dass die meisten Netzwerkmerkmale in C. elegans nicht zwischen anatomischen und funktionalen Karten erhalten bleiben.
Das neue Verständnis von C. elegans
Die jüngsten Veröffentlichungen sind echte Augenöffner. Ein dynamisches Systemmodell wurde entwickelt, das die neuronale Aktivität im Connectom von C. elegans simuliert. Dieses Modell berücksichtigt nicht nur die Verbindungen zwischen Neuronen, sondern auch deren eigene vorherige Aktivität. Mit diesen Erkenntnissen konnte gezeigt werden, dass viele der beobachteten Reaktionen zwischen den Neuronen auf dieser Basis erklärt werden können. Wie in der Publikation von Neuron erwähnt wird, konzentriert sich die Forschung auf die neuropeptidergische Signalisierung, die in sämtlichen Nervensystemen von großer Bedeutung ist.
Die Studie hat das Ziel, ein umfassendes Connectom zu entwerfen, indem Einzelzell-Anatomie, Genexpressionsdaten und biochemische Analysen von Rezeptor-Ligand-Interaktionen integriert werden. Die Ergebnisse zeigen ein Netzwerk mit hoher Verbindungsdichte und erweiterten Signalkaskaden, das als Prototyp für das Verständnis of neuromodulatorischen Netzwerken dienen soll.
Die Rolle der neuronalen Verbindungen
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Erkenntnis, dass eine physische Verbindung zwischen Neuronen nicht zwangsläufig eine starke elektrische Aktivität garantiert. Optogenetische Stimulationsversuche liefern nicht immer vorhersehbare Resultate. Forscher haben herausgefunden, dass Neuronen mit direkten synaptischen Verbindungen zwar oft aufeinander reagieren, viele Interaktionen jedoch auch ohne solche anatomischen Verbindungen stattfinden.
Die umfassenden Funde deuten auf eine kausale Beziehung zwischen anatomischem und funktionalem Connectom hin und werfen Fragen zur Rolle der extrasynaptischen Signalisierung auf. Diese Erkenntnisse könnten die Grundlage für zukünftige Arbeiten bilden, die auch andere Organismen einbeziehen, um besser zu verstehen, wie neuronale Netzwerke funktionieren.
Zusammengefasst stellen die Ergebnisse der aktuellen Forschung einen Schritt in der richtigen Richtung dar und helfen dabei, die Diskrepanz zwischen Struktur und Funktion im Gehirn zu adressieren. Andrew Leifer von der Princeton University, Hauptautor der beiden Preprints, betont die Wichtigkeit dieser Erkenntnisse und die vielversprechenden Möglichkeiten, die künftig noch erforscht werden müssen.