Drohnengefahr und Proteste: Castor-Transport von Jülich nach Ahaus genehmigt!

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Transportgenehmigung für 152 Castoren zwischen Jülich und Ahaus erteilt – Anwohner befürchten Risiken und Proteste angekündigt.

Transportgenehmigung für 152 Castoren zwischen Jülich und Ahaus erteilt – Anwohner befürchten Risiken und Proteste angekündigt.
Transportgenehmigung für 152 Castoren zwischen Jülich und Ahaus erteilt – Anwohner befürchten Risiken und Proteste angekündigt.

Drohnengefahr und Proteste: Castor-Transport von Jülich nach Ahaus genehmigt!

Die Genehmigung für den Transport von Atommüll aus Jülich nach Ahaus sorgt derzeit für hitzige Debatten in Nordrhein-Westfalen. Wie lokalkompass.de berichtet, wurde die Erlaubnis zur Verbringung von 152 Castoren erteilt, die rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem früheren Versuchsreaktor enthalten. Die Transportstrecke von 180 Kilometern birgt zahlreiche Risiken, die vor allem die Anwohner entlang der Route betreffen.

Besonders brisant sind die Bedenken hinsichtlich möglicher Drohnenangriffe auf die Transporte. Experten warnen, dass solche Angriffe zu einer Verseuchung und Unbewohnbarkeit der umliegenden Stadtteile führen könnten. Die brennbaren Graphit-Brennelementekugeln aus Jülich verstärken diese Risiken zusätzlich. In der Folge wurde der Vorschlag für den Neubau eines Zwischenlagers in Jülich ins Gespräch gebracht, da auch das bestehende Zwischenlager in Ahaus Sicherheitsdefizite aufweist.

Proteste und öffentliche Bedenken

Die Genehmigung wurde von verschiedenen Anti-Atomkraft-Initiativen scharf kritisiert. Diese bezeichnen die Entscheidung als „absolut unverantwortlich“ und fordern, dass der Atommüll in Jülich bleibt, bis ein sicheres Endlager gefunden ist. In Jülich und Ahaus wurden bereits spontane Protestaktionen angekündigt, darunter Mahnwachen und ein Sonntagsspaziergang. Die Initiativen verlangen umgehend Gespräche mit Bund und Ländern, um sich gegen die Transporte zu positionieren.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte die Transporte genehmigt, die aufgrund einer Anordnung der NRW-Atomaufsicht notwendig wurden. Stadt Ahaus plant zudem rechtliche Schritte gegen die Lieferung des Atommülls, nachdem eine Klage gegen die Aufbewahrung im dortigen Zwischenlager bereits im Dezember 2024 abgelehnt wurde und auch die NRW-Landesregierung beim Neubau eines Zwischenlagers in Jülich nicht unterstützt hat.

Sicherheit und Herausforderungen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Castor-Transporte als große Herausforderung eingestuft. Es wird gezweifelt, ob die Transporte im vorgesehenen Zeitrahmen durchführbar sind. Bislang sind vier geeignete Transportfahrzeuge verifiziert, um jeweils einen Behälter zu transportieren, aber ein konkreter Starttermin fehlt noch. Zudem müssen Abstimmungen mit der Atomaufsicht und den Polizeibehörden in NRW erfolgen.

Hintergrund der Transportgenehmigung ist die Verpflichtung Deutschlands zur Rücknahme von Atomabfällen aus der Wiederaufbereitung im britischen Sellafield. Diese umfasst nicht nur die Castoren aus Jülich, sondern auch weitere Transporte aus Bayern, die mit hohen Sicherheitsvorkehrungen bewerkstelligt werden sollen. Die Ankunftszeitpunkte und -routen dieser Transporte werden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten, um Proteste zu verhindern.

Insgesamt bleibt die Situation um die Atomtransporte in Deutschland angespannt. In Anbetracht der Tatsache, dass es in Deutschland derzeit kein Endlager für strahlenden Atommüll gibt und nur 16 Zwischenlager zur Verfügung stehen, wird der Druck auf verantwortliche Stellen zur Lösung des Problems weiter wachsen. Die Diskussion um die Sicherheit und den Umgang mit Atommunition ist damit noch lange nicht abgeschlossen.