Ruhestand ade: 66-Jähriger kämpft gegen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen!

Ruhestand ade: 66-Jähriger kämpft gegen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen!
Was tut sich in der Gesundheitswelt, wenn Ruhestand auf einmal nicht mehr zur Wunschvorstellung der Mehrheit gehört? Elmar Arens, ein 66-jähriger pensionierter Hausarzt aus Nordrhein-Westfalen, ist ein lebendiges Beispiel dafür. Statt die Beine hochzulegen, packt Arens die Gelegenheit beim Schopf und arbeitet an drei Tagen in der Woche im Loretto-Krankenhaus in Freiburg. Mit einer 40-Prozent-Stelle und oft verlängerten Arbeitsstunden ist er wieder zurück im Klinikalltag, und das nicht ohne Grund. Die Branche sieht sich einem drängenden Fachkräftemangel gegenüber, und Arens‘ Rückkehr ist Teil eines Modellversuchs, um diesem entgegenzuwirken, wie Tagesschau berichtet.
Die Entscheidung, nach Jahren im Ruhestand wieder zur Arbeit zu gehen, kam durch seinen Nachbarn, dem ärztlichen Direktor des Loretto-Krankenhauses. Nach einer Probezeit konnte sich das Team auf der orthopädischen Station Arens nicht mehr ohne ihn vorstellen. Zu Beginn war seine Rückkehr von Skepsis geprägt, die jedoch schnell verflog; Assistenzärzte suchten regelmäßig seinen Rat, und seine fundierte Erfahrung wurde geschätzt.
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen
Arens ist nicht allein in diesem Boot. Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Laut einer Studie von PwC werden bis 2035 in Deutschland etwa 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen. Dabei betreffen die Engpässe nicht nur Ärzte, sondern auch Pflegekräfte und Therapeuten. Die Auswirkungen sind gravierend: längere Wartezeiten für Patienten, Überlastung des vorhandenen Personals und eine Verschlechterung der Versorgungsqualität sind nur einige der Probleme, die bereits zu spüren sind.
Was wird unternommen, um diesem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Arbeitgeber müssen gezielte Anreize bieten – von attraktiven Gehältern bis hin zu flexiblen Arbeitszeitmodellen. Ein weiteres Entscheidungsmerkmal für wechselfreudige und qualifizierte Berufsangehörige sind bessere Arbeitsbedingungen. 68 Prozent derjenigen, die im Gesundheitsbereich arbeiten würden, geben an, dass die Bezahlung entscheidend für ihren Verbleib bis zur Rente ist. Ein anständiges Gehalt steht somit ganz vorne auf der Liste der Wünsche, gefolgt von verbesserten Arbeitszeiten und einer besseren personellen Ausstattung, sollte die Branche nicht weiter ausbluten, wie das Digitale Institut erklärt.
Die Rolle von erfahrenen Fachkräften
Die Rückkehr erfahrener Fachkräfte, wie sie Elmar Arens zeigt, bietet einen vielversprechenden Lösungsansatz. Seine Arbeit umfasst überblicksreiche Tätigkeiten, die oft zwischen Operationen und Visiten untergehen, wie etwa Blutdruck- und Blutzuckermessungen. Die Assistenzärztin Cäcilia Mikolajek beschreibt ihn als eine „Konstante“ im Team, die nicht nur das medizinische Wissen, sondern auch eine wichtige psychische Entlastung für die Patienten bietet. So empfinden viele Patienten die Zeit und Aufmerksamkeit, die er ihnen widmet, als entscheidend für ihr Wohlbefinden.
Das Krankenhaus selbst sieht das Projekt als eine Art Glücksfall. Klinikdirektor Frank Hassel betont den Nutzen für alle Beteiligten, während Arens die Rückkehr in den Beruf als Bereicherung erlebt. Mit einer idealen Mischung aus Teilzeitjob und Freizeit hat er eine Lösung gefunden, die vielen als Vorbild dienen kann.
Der Fachkräftemangel ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft. Wir müssen die Herausforderungen ernstnehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland auch künftig auf einem hohen Niveau zu halten.