China setzt auf Kohle: Rekordausbau trotz Klimazielen!

China setzt auf Kohle: Rekordausbau trotz Klimazielen!
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 hat China einen regelrechten Boom bei der Kohlekraft erlebt. Laut Rheinpfalz ging mit der Inbetriebnahme von Kraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 21 Gigawatt die höchste Menge neuer Kohlekraftanlagen seit neun Jahren ans Netz. Noch beeindruckender ist die Prognose, dass bis Ende des Jahres über 80 Gigawatt an Kohlekraftwerken hinzugefügt werden sollen. Chinas beeindruckender Zubau im Kohlesektor zeigt dabei klar, dass dies ein wichtiger Bestandteil des Energiesystems bleibt.
Obwohl die chinesische Regierung die Bemühungen um saubere Energie vorantreibt, bleibt Kohle der wichtigste Energieträger. Im Jahr 2022 stammten 60 Prozent der Stromerzeugung aus Kohle, trotz des beeindruckenden Ausbaus von erneuerbaren Energien. Laut Tagesschau liefert China mittlerweile mehr Solaranlagen als der Rest der Welt zusammen. Diese Zielstrebigkeit zeigt sich auch in dem großen Solarprojekt in der Inneren Mongolei, das mit einer Kapazität von neun Gigawatt das Potenzial hat, einen bedeutenden Beitrag zur Energieversorgung zu leisten.
Klimaziele und Kohleexpansion
Parallel zur Kohleexpansion strebt China an, bis 2060 klimaneutral zu werden. Zumindest sieht die Strategie vor, CO2-Emissionen bis 2030 zu senken. Dies ist auch der Grund, warum die chinesische Regierung bei Energieengpässen in den letzten Jahren wieder auf Kohle gesetzt hat. Extreme Wetterereignisse und die damit verbundenen Engpässe machten es nötig, die Abhängigkeit von erneuerbaren Energien temporär zu überdenken. Diese erneute Fokussierung auf Kohlekraft wird jedoch von Umweltschützern kritisch betrachtet, die in der Kohlenutzung eine Übergangslösung sehen, die überdacht werden muss.
Verabschiedungen neuer Kohlekraftprojekte zeigen, dass der Trend zur Kohle noch lange nicht vorbei ist. Im ersten Halbjahr 2025 genehmigte Peking neue Projekte mit einer Gesamtleistung von 25 Gigawatt. Der Zulauf von 75 Gigawatt an neuen und wiederbelebten Anträgen spricht Bände über das Engagement Chinas im Bereich Kohle, und Analysten vermuten, dass die Projektträger die Gelegenheit bis 2030 nutzen wollen, um ihre Vorhaben umzusetzen.
Rohstoffabhängigkeit und Auswirkungen
Wie die Global Energy Monitor berichtet, gab es im ersten Halbjahr 2024 bereits einen Rückgang der Genehmigungen für Kohlekraftwerke. Dies bildet einen Kontrast zu der im Jahr 2022 beobachteten starken Zunahme. Auch wenn CO2-Emissionen im ersten Halbjahr 2025 um ein Prozent gesenkt werden konnten, ist der Kohlezubau weiterhin als Verschwendung von Investitionen in der Energieproduktion umstritten.
Die Kombination aus einem robusten Wachstumsmarkt für saubere Energie und der anhaltenden Abhängigkeit von Kohle stellt China vor die Herausforderung, die Balance zwischen Energiesicherheit und Klimazielen zu finden. Experten glauben, dass die realistischeren Überlegungen zur Kohlenachhaltigkeit und der Fokus auf sauberere Energiequellen in den kommenden Jahren entscheidend sein werden, um den ehrgeizigen Klimazielen gerecht zu werden. China bleibt somit ein zentraler Akteur im globalen Kampf gegen den Klimawandel, auch wenn der Weg dorthin durch viele Herausforderungen gekennzeichnet ist.