Vom Schrott zur Rarität: Bertholds Gritzner-Motorrad begeistert wieder!

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Entdecken Sie die faszinierende Geschichte der Gritzner-Motorräder und die Rarität eines restaurierten Modells von Berthold Neidig.

Entdecken Sie die faszinierende Geschichte der Gritzner-Motorräder und die Rarität eines restaurierten Modells von Berthold Neidig.
Entdecken Sie die faszinierende Geschichte der Gritzner-Motorräder und die Rarität eines restaurierten Modells von Berthold Neidig.

Vom Schrott zur Rarität: Bertholds Gritzner-Motorrad begeistert wieder!

In den deutschen Straßen weht ein Hauch von Nostalgie, wenn man die Geschichte eines Enthusiasten hört, der aus einem vergessenen Kapitel der Motorradgeschichte neues Leben erweckt hat. Berthold Neidig, ein passionierter Motorradfahrer aus Berg, hat seine Gritzner 150 F, die er vor Jahrzehnten für lediglich 20 D-Mark erwarb, wiederentdeckt. Über die Jahre hat sich das einst bescheidene Gefährt zu einer echten Rarität entwickelt, die nicht nur das Herz des Besitzers höher schlagen lässt, sondern auch das Interesse von Passanten und Sammlern weckt.

Neidigs Motorrad, ursprünglich in Karlsruhe-Durlach hergestellt, kommt mit 6,5 PS, einem Hubraum von 150 Kubik und einer Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h daher. Die Gritzner-Motorräder standen ab 1903 auf der Produktpalette des gleichnamigen Unternehmens, das einst als Hersteller von Nähmaschinen begann. Im Laufe der Jahre erweiterte die Gritzner-Kayser AG, welche 1931 durch die Fusion von Gritzner & Co. mit der Gebrüder Kayser AG entstand, ihr Sortiment und stellte auch Mopeds und Fahrräder mit Hilfsmotoren her. Interessanterweise beeinflusste der Erste Weltkrieg die Produktion der Motorräder, aber nach dessen Ende gelang es der Firma, bis in die 1970er Jahre erfolgreich tätig zu sein. cybermotorcycle.com berichtet, dass die Fabrik zahlreiche Modelle wie die Gritzner Monza und Milano produzierte, die heutzutage ebenfalls unter Sammlern sehr gefragt sind.

Ein unerwartetes Revival

Nach 40 Jahren als leidenschaftlicher Motorradfahrer und einem Schlussstrich im Jahr 2012, als Neidig seine Aktivität aufgrund seltener Fahrten reduzierte, schien der einstige Stolz in Vergessenheit zu geraten. Die Gritzner, die in einem stark beschädigten Zustand in seiner Garage lagerte – voller Rost, poröser Reifen und einem kaputten Tacho – war kurz davor, dem Schrott zugeführt zu werden. Doch ein Museumsbesuch im Urlaub, wo er einen Betreiber traf, der sein Fachwissen und seine Leidenschaft für alte Motorräder teilte, zog Neidig zurück in die Welt der Zweiräder. Der Museumsinhaber bot ihm an, die Gritzner zu restaurieren, was schließlich in rund 500 Arbeitsstunden geschah.

Als Neidig das Foto seiner restaurierten Gritzner erhielt, war er erstaunt über das Ergebnis. Der Museumsinhaber entschloss sich später, das Museum aufzulösen, und bot Neidig an, seine Gritzner zurückzukaufen – ein Angebot, das einen Preis beinhaltete, der nicht einmal die Werkstattarbeitsstunden abdeckte. Für Neidig war die Rückkehr seiner Maschine ein überwältigendes Erlebnis, das ihn regelrecht aufblühen ließ.

Die Freude am Fahren

Zurück in seinem Besitz, behandelt Neidig die Gritzner mit größter Sorgfalt. Auf kurzen Strecken nutzt er die Gritzner, um sie nicht übermäßig zu beanspruchen. Anfang dieses Jahres transportierte er die Gritzner zum Oldtimerfestival in Wolfegg. Dort war er nicht nur von der beeindruckenden Kulisse begeistert, sondern traf auch Gleichgesinnte und Motorradfreunde, die den Charme dieser seltenen Maschinen zu schätzen wissen. Das Interesse und die Bewunderung von Passanten zeigen, wie hoch die Marke Gritzner mittlerweile im Kurs steht – ein Paradebeispiel dafür, wie die Vergangenheit in der Gegenwart aufleben kann.

Insgesamt kommt die Geschichte von Berthold Neidig und seiner Gritzner-Motorrad einem kleinen Wunder gleich: aus einem schüchternen Hobby über die Jahre hinweg zu einer bewunderten Rarität. Es zeigt uns allen, dass es sich lohnt, den Blick zurück in die Vergangenheit zu wagen. Vielleicht liegt dem ein oder anderen Leser in der eigenen Garage auch ein wertvolles Stück Geschichte.